
Ein gutes Gespür bewiesen die Mitglieder des Waldsiedlung Wildpark West e.V. bei der diesjährigen Errichtung des Amphibienzauns. Dieser wurde bereits am 22. Februar durch zahlreiche große und kleine Helfer aufgebaut. Das ist schon seit einigen Jahren geübte Praxis. So wird ein unkontrolliertes Überqueren der Straße durch die Amphibien für mehrere Wochen verhindert. Einmal auf dem Weg zum Wasser, aber auch beim späteren Rückweg. Erwähnenswert ist, dass sogar Unterstützer aus Geltow kamen, um aktiven Umweltschutz zu betreiben.
Amphibienwanderungen finden im Frühjahr (meist ab März) zu Laichgewässern statt. Milde Temperaturen (über ca. 5°C) und hohe Luftfeuchtigkeit oder Regen sind erforderlich, damit die wechselwarmen Kollegen meist in den Abend- oder Nachtstunden ihren mühsamen Weg zur Paarung antreten.
Diese Voraussetzungen stellten sich dieses Jahr sehr früh und sehr abrupt ein und der Verein handelte sofort. Eben noch auf der Havel Schlittschuh gelaufen, morgen mit kurzen Hosen durch den Wald joggen – neben unserer Gesellschaft scheint sich auch das Wetter zu radikalisieren.
Über eine WhatsApp Gruppe und Doodle Kalender finden und organisieren sich die freiwilligen Hände für das tägliche Ritual der Rettungsaktion. Es gilt die Amphibien einzusammeln, zu zählen, sicher über die meist todbringende Fahrbahn zu tragen und auf der sicheren Seite wieder abzusetzen. Bereits am ersten Tag wurden ca. 50 Kröten, Frösche und Molche gezählt.
Aktuell treten die kleinen Geschöpfe den Rückweg an, so dass in Kürze die Barrieren wieder zurückgebaut und bis kommendes Jahr eingelagert werden. Seit Mitte Februar bis voraussichtlich Ende April werden diese zweimal am Tag begangen. Eine enorme logistische und administrative Herausforderung dies sicherzustellen, ehrenamtlich!
Dieser konsequente Schutz zeigt bereits seine Erfolge. Wurde 2023 rund 500 Lebewesen der sichere Weg über die Straße ermöglicht, so waren es ein Jahr später bereits über 1.000! Wir danken allen Helfern für ihren bemerkenswerten Einsatz und wünschen weiterhin viel Erfolg!
Jeder kann helfen! Umweltschutz fängt im Kleinen an, ein Insektenhotel an der Hauswand, ein Laubhaufen für den Igel, aber auch der Verzicht auf Pestizide usw. verbessern die Rahmenbedingungen unserer Mitbewohner. Schmetterlinge, Bienen, andere Insekten, Vögel und Kleingetier danken es uns mit agiler Vielfalt! In diesem Sinne, lasst uns die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen!
Heiko Mutz, 16.04.2026
